Drehbuch - Szene 7
Die Fehler des Systems

Klasse, innen, Tag

Sarah kommt in die Klasse und bleibt bei der Tür stehen. Sie sieht sich in der Klasse um.
Sieht einen Schüler mit dem Handy spielen, den überfüllten Müllkübel, den Unterricht des Lehrers (spricht mit einigen wenigen SchülerInnen in der ersten Reihe), eine Schülerin, die etwas auf ihre Bank kritzelt, eine, die sich die Nägel lackiert.
Martin wird geprüft und fertig gemacht, als er daraufhin die Klasse verlässt, zoomt die Kamera auf einen Artikel über den Amoklauf in Erfurt.

Sarah verliert ihre Wahrnehmung.
Lehrerin: „Sarah, Sarah!“
Daraufhin nimmt sie die Klasse wieder als ganzes wahr. Kurze Pause.
Sarah: „Seht euch einmal um, seht euch unsere schule an, das Schulsystem. Das System wurde geschaffen, damit es uns hilft, aber wir sehen es als unseren Feind an. Kein wunder, dass es nicht mehr kann und zusammenbricht. Wir alle sind frustriert. Die Schüler und Schülerinnen sitzen ihre Stunden ab. Die Lehrer und Lehrerinnen erledigen nur ihren Job. Das soll eine Schule fürs Leben sein? Wir werden beurteilt und dann nach diesem Schema behandelt. Gegenseitig stecken wir uns in Schubladen und nehmen die Menschen dahinter gar nicht mehr wahr. Für Emotionen ist kein Platz mehr. Nur die Leistung zählt. Wir sind Sklaven unseres eigenen Systems geworden."

Ton: Spannungserzeugender Rhythmus, Unterricht
Musik: Sarah kommt in den Unterricht
Requisite: Schulgegenstände etc.
Maske: Standard-Schminke

Rollen:

Sarah
Martin
Französisch-Lehrerin
alle SchülerInnen

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